?bersicht ?ber das chinesische Normensystem zur Wassereinsparung

Der 22. März ist der Weltwassertag. Die folgende Woche wird in China als Wasserwoche gefeiert. In dieser Woche sind natürlich auch die chinesischen Normensysteme für Ressourceneinsparung von größter Bedeutung, zu denen auch die Ressource Wasser zählt. Hierbei liegt ein besonderes Augenmerk auf den grundlegenden Strukturen für Forschung und Ausarbeitung von Normen. Die neueste Norm, die sich aktuell in der Prüfungsphase befindet und bald veröffentlicht wird, ist die unter Leitung des China National Institute of Standardization (CNIS) ausgearbeitete Norm zur Wassereffizienz der in China immer noch sehr verbreiteten Hocktoiletten. Eine weitere wichtige Norm zur Einsparung von Wasserressourcen ist die Norm für Wasserfilter durch Umkehrosmose, die bereits offiziell eingeführt wurde und Anwendung in Wasserfiltern für den Hausgebrauch findet. Diese hilft dabei, den Reinheitsgrad des für den Alltagsgebrauch verwendeten Wassers zu steigern.
Laut Bai Xue, einem Forscher der Abteilung Ressourcen und Umwelt des CNIS, muss das Sparen von Wasser immer ein Thema sein, unabhängig vom konkreten Thema des jeweiligen Weltwassertages oder der jeweiligen chinesischen Wasserwoche.

Gemäß der Präsentation von Bai Xue reichen die Anfänge der chinesischen Normung zur Wassereinsparung bis in die 80er Jahre zurück. Seit 2008 wird diese Arbeit nun in festen Systemen eingefasst. Einer der wichtigsten Faktoren für den Wasserverbrauch ist die industrielle und gewerbliche Nutzung, daher nehmen die Normen für die Wassereinsparung bei industrieller Nutzung einen hohen Stellenwert im chinesischen System der Normen zur Wassereinsparung ein. Bisher bestehen in China nationale Normen zur Wassereinsparung für die industrielle Nutzung in zehn Bereichen. Zu diesen gehören Grundlagennormen (Terminologie, Klassifizierung, Symbole), Methodennormen (Tests zur Wasserbalance, Bewertung der Wassereinsparung), Verwaltungsnormen (Statistiken zur Messung der Wassernutzung, Prüfung der Wasserentnahme, Quoten zur Wasserentnahme) und Produktnormen (Normen für wassersparende Geräte und Ausrüstung).

Zu den Grundlagennormen für Wassereinsparung bei industrieller Nutzung gehören die erste nationale Norm für Terminologie für industrielle Wassernutzung, "Terminologie zur Wassereinsparung bei industriell genutztem Wasser" sowie die "Bestimmungen für Statistiken zur Wassernutzung in Unternehmen". In "Terminologie zur Wassereinsparung bei industriell genutztem Wasser" werden 117 Fachtermini definiert. Damit dient diese Norm als Grundlage für die Ausarbeitung von Normen aller Art zur Wassereinsparung bei industriell genutztem Wasser. Weiterhin hilft sie, die wissenschaftliche Verwaltung der Wassereinsparung in der Industrie und den technischen Fortschritt der Wassereinsparung in Unternehmen zu fördern. Die "Bestimmungen für Statistiken zur Wassernutzung in Unternehmen" definieren Kategorien zur Berechnung der Wassernutzung in der Industrie, für die Berechnung von Kennziffern und die statistische Auswertung der Daten sowie die Anforderungen an die Verwaltung. Diese Norm bietet einen großen Nutzen für die Definierung der Ausstattung und Verwaltungsmethoden für Messgeräte für den Wasserverbrauch sowie für die Verwaltung von Statistiken für den Wasserverbrauch in Unternehmen. Hierzu unterstützt sie die Bestimmung und statistische Auswertung der Wassernutzung bei den jeweiligen Einheiten.
Zu den Methodennormen für die Wassereinsparung in der Industrie gehören die Normen "Allgemeine Regeln für Tests zur Wasserbalance in Unternehmen", die "Richtlinien der Bewertung der Wassereinsparung bei Unternehmen", die "Regeln für einen Soll-Plan für die Quote der Wasserentnahme für industrielle Produkte" und die "Richtlinien für die integrierte Optimierung der Wassersysteme in der Industrie". Die Norm "Allgemeine Regeln für Tests zur Wasserbalance in Unternehmen" definiert Bestimmungen für die Wasserbalance in Unternehmen und deren Testmethoden sowie die Abläufe, die Auswertung der Ergebnisse und die Form der entsprechenden Berichte. Die Norm "Richtlinien der Bewertung der Wassereinsparung bei Unternehmen" bietet Terminologie und Definitionen für wassereinsparende Unternehmen, Kennziffern für die Bewertung und Berechnungsmethoden, Anforderungen an die Prüfungen und Abläufe der Bewertung. Die Norm "Regeln für einen Soll-Plan für die Quote der Wasserentnahme für industrielle Produkte" entwirft einen genormten Soll-Plan für die Quote der Wasserentnahme der Industrie und bildet damit die Grundlage für die Einrichtung eines Systems nationaler Normen für Quoten der Wasserentnahme in der Industrie. Die Norm "Richtlinien für die integrierte Optimierung der Wassersysteme in der Industrie" bestimmt die grundlegenden Prinzipien, Abläufe und Methoden für die integrierte Optimierung der Wassersysteme in der Industrie.

Unter den Verwaltungsnormen zur Wassereinsparung der Industrie regelt die Norm "Regeln für Ausstattung und Verwaltung von Wassermessgeräten bei Wasser nutzenden Einheiten" die grundlegenden Forderungen an die Ausstattung und Verwaltungsmethoden von Messgeräten der Wassernutzung. Die Norm "Regeln der industriellen Wasserwirtschaft" ist eine nationale Norm für die Verwaltung der Wassernutzung und Wassereinsparung in der industriellen Anwendung. Sie definiert für Unternehmen Verwaltungsanforderungen und Methoden für entsprechende Maßnahmen bei der Konzeption in der Planungsphase, für Wasserleitungen und Ausstattung für Wasserentnahme, Wasserzufuhr, Wasserspeicherung und Wassernutzung, für die Wasserbeschaffenheit und Wasseraufbereitung, für die Berechnung und statistische Auswertung sowie für die Beurteilung der Ergebnisse.

Diese Normen haben für die Wassereinsparung in der industriellen Nutzung in China bereits eine bedeutende Wirkung eingebracht. Über die "Regeln für einen Soll-Plan für die Quote der Wasserentnahme für industrielle Produkte" wurden in China bereits 13 nationale Normen zu Quoten der Wasserentnahme entwickelt, welche die Nutzungsbestimmungen von zehn Industriebereichen mit hohem Wasserverbrauch regeln, darunter Kohlekraftwerke, Stahlindustrie, Petrochemie, Textilverarbeitung, Papierherstellung, Fermentierung von Lebensmitteln, Chemie, Buntmetalle, Kohle und Pharmazie. 2013 wurden drei weitere Bereiche hinzugefügt, Spirituosen, Wolltextilien und Aluminium. Zehn weitere Projekte für Quoten der Wassernutzung wurden beantragt und sind in Bearbeitung, darunter Kernenergie, Seidenherstellung und Kupferschmelze. Man geht davon aus, dass in den kommenden zwei bis drei Jahren die Anzahl der chinesischen nationalen Normen zu Quoten der Wasserentnahme auf etwa 30 ansteigen wird, was einen großen Effekt auf die Wassereinsparung haben wird. Die Normen zu Quoten der Wasserentnahme bieten bereits eine wichtige technologische Unterstützung für die Nachweise der Wasserressourcen, die Genehmigungen zur Wasserentnahme und die Wasserwirtschaft.

Unter den "Richtlinien der Bewertung der Wassereinsparung bei Unternehmen" wurden 2011 schrittweise fünf Normen für die Bewertung der Wassereinsparung bei Unternehmen mit hohem Wasserverbrauch und Wasser verbrauchenden Unternehmen der Dienstleistungsbranche oder Gesellschaft eingeführt, auf den Bereichen der Kohlekraftwerke, Stahlindustrie, Textilverarbeitung, Papierherstellung und Erdölraffination. 2013 hat die Abteilung für Wasserwirtschaft im Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) gemeinsam mit dem nationalen Büro für Wassereinsparung auf Grundlage der Normen dieser Reihe Pilotprojekte für die Wassereinsparung in Unternehmen der Stahlindustrie, Textilverarbeitung und Papierherstellung eingeführt.

Unter den Produktnormen zur Wassereinsparung in der Industrie müssen vor allem die Normen zur Wassereffizienz erwähnt werden. China ist ein bedeutender Hersteller von Produkten, die Wasser nutzen. 2010 hat China zwei verpflichtende Normen zur Wassereffizienz herausgegeben, betreffend Sitztoiletten und Wasserhähne. In diesen Normen werden die Leistungskennziffern für den Wasserverbrauch von Produkten dieser beiden Kategorien definiert, sowie die Wassernutzungseffizienzklassen und der Wassersparwert. Seit 2012 werden Normen für die Wassereffizienz weiterer Wasser verbrauchender Produkte entwickelt, darunter Duschkabinen, Urinale, Toilettenspülungen, elektrische Waschmaschinen, Hocktoiletten und Wasserfilter durch Umkehrosmose. Die Verkündung und Umsetzung von Normen der Wassereffizienz hat eine große Bedeutung für die Regelung des Marktes, die Anhebung der Wassereffizienz der Produkte und den Stand der Technik. Gleichzeitig bieten sie eine technologische Grundlage für die Forschung an einem System für die Kennzeichnung der Wassereffizienz dieser Produkte.

Bai Xue meinte dazu, dass die Bemühungen zur Wassereinsparung in der chinesischen Industrie noch nicht mit den Anforderungen der raschen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft mithalten können. Die Zahl der Normen zur Wassereinsparung ist noch zu gering, das System der Normen noch nicht umfassend genug ausgearbeitet. Auf einigen Bereichen gibt es Überschneidungen der Normen, was zu Verwirrung in der Umsetzung führt. Einige der Normen weisen ein eher niedriges Niveau auf, so dass ihr tatsächlicher Nutzen relativ gering ist. Einige der grundlegenden Normen wären von größter Bedeutung für das öffentliche Interesse, aber da die Ausarbeitung schwierig ist, werden diese oft noch vernachlässigt.

(Quelle: SAC)