Auch in China bringt Normung den B?rgern gro?en Nutzen
Jedes Jahr am 14. Oktober wird der Weltnormentag gefeiert. Dieses Jahr steht der Weltnormentag unter dem Motto "Internationale Normen sichern positiven Wandel". Die Standardization Administration of the People's Republic of China (SAC) plant eine Reihe von praktischen Aktivitäten zur Bildung der Öffentlichkeit, so dass in China das Motto genauer genommen eigentlich "Normen helfen bei positivem Wandel, Normen sind für die Menschen da" heißen sollte. Der diesjährige Welttag der Normen wird daher gleichzeitig zu einem Tag, an dem zahlreiche nationale Normen in Kraft treten, im ganzen Land werden zahlreiche Aktionen zur Bekanntmachung der Normen abgehalten.
Doch welchen Stellenwert nimmt China in der Normung im weltweiten Vergleich ein? Und wie kann die Normungsarbeit die chinesische Wirtschaft stärken? Zu diesen Fragen antwortet Tian Shihong, Direktor der SAC.
Reporter: Welche nennenswerten Erfolge konnte die chinesische Normungsarbeit in den letzten Jahren verzeichnen?
Tian Shihong: Im Zuge der allgemeinen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft hat die chinesische Normungsarbeit sich ebenfalls schnell entwickelt. Aktuell verfügt China über mehr als 1200 technische Komitees (TC) und technische Unterkomitees (SC), mehr als 40.000 Fachkräfte beteiligen sich engagiert an der Ausarbeitung von Normen. Bislang wurden bereits mehr als 30.000 nationale Normen entwickelt, welche alle Bereiche der Landwirtschaft, Industrie, Dienstleistungen und Gesellschaft abdecken. Ebenso beteiligen wir uns aktiv an Aktivitäten der internationalen Normung, wir ermutigen und fördern chinesische Fachkräfte, sich in der Ausarbeitung internationaler Normen mit einbringen. In der Internationalen Organisation für Normung (ISO) hat sich China bereits in 737 Technischen Komitees und Unterkomitees eingebracht, also bei 89,3 % der ISO-Gremien. In den letzten Jahren hat China in der Verwaltung der ISO Leitfunktionen übernommen und sich an den Verwaltungsstrukturen der IEC als Mitglied beteiligt. China wird zu einem immer bedeutenderen Bestandteil der Verwaltung der internationalen Normung auf höchster Ebene. 2008 wurde China zum ständigen Mitglied der ISO ernannt; 2011 wurde China zum ständigen Mitglied der IEC; 2013 wurde China zum ständigen Mitglied des Technischen Leitungsgremiums (TMB) der ISO. Auf der 36. Generalversammlung der ISO am 21. September 2013 wurde Zhang Xiaogang, Mitglied des chinesischen Expertenkomitees der Normung, stellvertretender Vorsitzender der World Steel Association und Generaldirektor der Ansteel Group, zum neuen Präsidenten der ISO gewählt. Damit nimmt zum ersten Mal in den 66 Jahren seit der Gründung der ISO im Jahre 1947 ein Chinese die höchste Position in dieser internationalen Organisation ein. Dieser große Erfolg wird sich weiterhin positiv auf die chinesische Beteiligung an der Ausarbeitung von internationalen Normen auswirken und einen positiven Effekt auf Chinas "Weg nach außen" haben. Gleichzeitig wird dieser Meilenstein in den chinesischen Bemühungen in der internationalen Normung auch eine inspirierende Wirkung auf die weitere Arbeit an der Normung in China haben.
Reporter: Wie kann man die Rolle der Normung hinsichtlich des Leitgedankens "Stetiges Wachstum, Anpassung der Strukturen, Förderung der Reform" sehen?
Tian Shihong: Die Normen dienen als technologische Stütze der Aktivitäten in Wirtschaft und Gesellschaft. Sie haben also eine wichtige Grundlagenfunktion. Wirtschaftliche Entwicklung, Gesellschaftsmanagement, der Aufbau einer ökologisch orientierten Zivilisation, bis hin zum Alltagsleben der einfachen Menschen, alles ist eng mit der Normung verbunden. Insbesondere hinsichtlich der Unterstützung des Leitgedankens "Stetiges Wachstum, Anpassung der Strukturen, Förderung der Reform" bringt die Normung eine nicht wegdenkbare Funktion ein. Wenn man auf das "Stetige Wachstum" achtet, bietet die Normungsarbeit Einheitlichkeit, Vereinfachung, Auslesefunktionen, sie harmonisiert Produktionsmechanismen, Dienstleistungsangebote, Handelsbedingungen, Konsumstrukturen, vermittelt Wissen, senkt Anforderungen an Kapitalinvestitionen, verringert Schadenspotential, hebt Effizienz an, und bringt so für die gesunde Entwicklung der Wirtschaft einen stabilisierenden Nutzen ein. Hinsichtlich der "Anpassung der Strukturen" stellt die Normung eine Art "Torwächter" dar. Die Normung hilft dabei, veraltete Technologien und Produktionsmittel auszurangieren, die Anpassung der industriellen Strukturen zu fördern und diese durch Transformation auf eine höhere Stufe zu befördern. Weiterhin garantiert die Normung auch den für den Export bestimmten Produkten einen "Passierschein" auf den Weltmarkt. Je enger China in Projekten der internationalen Normung involviert ist, desto besser für die Beseitigung oder Verringerung von technologischen Hürden im internationalen Geschäft, desto besser also für die Entwicklung des chinesischen Außenhandels. Und schließlich dient die Normung auch als "Kommandozentrale" für die selbstentwickelte Innovation, stellt eine Brücke für die Umsetzung technologischer Innovationen in neuen Produkten dar, und bietet eine wichtige unterstützende Funktion, um die Wettbewerbsfähigkeit neuer Produkte zu steigern. Auf dem Gebiet der "Förderung der Reform" bieten die Normen eine harmonisierende und vereinheitlichende Wirkung, welche sich positiv auf die Entfernung nationaler und regionaler Hindernisse und lokalem Protektionismus auswirkt. Dadurch wird die nationale Einheit gefördert, wie auch die Öffnung der Marktsysteme.
Reporter: Könnten Sie ein wenig beschreiben, welche Vorteile die Normung für den normalen Menschen bringt?
Tian Shihong: Die Normung und das Alltagsleben sind eng verbunden. In den letzten Jahren haben wir kontinuierlich Beiträge auf den Bereichen des Umweltschutzes, der Gesundheitssysteme, der Sicherheit von Konsumgütern, der Dienstleistungen in der Altenpflege und ähnlichen Gebieten erbracht. Unser Ziel ist es, dass die Normungsarbeit dem normalen Menschen ideal dienen soll, die Normen sollen einen Beitrag leisten, um das Leben der Menschen einfacher, bequemer und sicherer zu machen. Insbesondere in den letzten Jahren wurden von staatlicher Seite einige politische Maßnahmen zur Unterstützung der Normung ergriffen, von denen auch die einfachen Menschen einen konkreten praktischen Nutzen hatten. Als Beispiel, die Umsetzung der Normen zur Energieeffizienz. Von staatlicher Seite wurden Projekte zu energiesparenden Produkten für den Alltagsgebrauch eingeführt. Durch finanzielle Subventionen konnten Produkte der Energieklassen 1 und 2 in die Produktion aufgenommen werden. Bis jetzt wurden bereits mehr als 40 Milliarden RMB finanzieller Mittel durch die Zentralregierung bereitgestellt, die zur Entwicklung von über 20 Projekten geführt haben. Diese umfassen 15 verschiedene Produktsorten in den drei Hauptgruppen Haushaltselektronik, Automobile und industrielle Erzeugnisse. Gut 100.000 Modelle "stromsparender Produkte für den Alltagsgebrauch" wurden in dem System gefördert. Solche Projekte haben in großem Maße die Popularität von hochgradig energiesparenden Produkten gefördert, so dass sich allmählich das Konsumentenverhalten hin zu Produkten dieser Art gewandelt hat. Wie Statistiken belegen, haben die Subventionen allein für stromsparende Produkte, die von Konsumenten erworben wurden, bereits 23,4 Milliarden RMB erreicht. Durch solche Maßnahmen hat sich der Marktanteil energiesparender Klimaanlagen von vormals 6 % auf inzwischen gut 70 % erhöht. Man geht davon aus, dass diese Produkte während ihrer Lebensdauer Stromkosten im Wert von 7,5 Milliarden RMB einsparen werden. Anlässlich des Welttags der Normen haben die AQSIQ und die SAC offiziell 35 neue nationale Normen verkündet, deren Inhalt ebenfalls eng mit dem Alltagsleben der normalen Menschen verbunden ist. Konkret geht es in diesen Normen um Bestimmungen für Kraftstoffe, Zahnbürsten, Babyprodukte und dergleichen mehr. Man muss sagen, dass die Normungsarbeit bereits zu einer wichtigen strategischen Plattform für den Leitgedanken "Stetiges Wachstum, Anpassung der Strukturen, Förderung der Reform" geworden ist.
Reporter: Im März diesen Jahres hat der Nationale Volkskongress im "Entwurf des Staatsrates zur Strukturreform und Funktionswandel" konkret gefordert, dass die Einrichtung technischer Normensysteme gestärkt werden muss. Wie müssen unsere Denkweisen hinsichtlich dieser dringlichen Situation angepasst werden?
Tian Shihong: Der Staatsrat hat die Forderung nach einer Stärkung der Einrichtung von technischen Normensystemen gestellt. Dies zeigt eine neue Stufe der Wertschätzung der Normungsarbeit von Seiten der Politik. Es zeigt auch, dass die Normen immer noch Verbesserungspotential haben, um alle Ansprüche der Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft zu erfüllen. Der zentrale Punkt für die Stärkung der Einrichtung von technischen Normensystemen ist es, auf angemessene Weise die Verbindungen zwischen Regierung, Gesellschaft und Markt anzusprechen, die Verpflichtungen in jedem der Bereiche exakt zu erfassen und gut umzusetzen, alle Forderungen gut anzugehen und alle Möglichkeiten gut umzusetzen. Konkret bedeutet dies, dass als erstes die verpflichtenden Normen gestärkt werden müssen. Verpflichtende Normen stellen eine Art "technologisches Gesetz" dar, und bieten eine Grundlagenfunktion, um Qualität und Sicherheit zu garantieren. Die Verwaltung verpflichtender Normen ist eine Aufgabe der Regierung, daher sollte die einheitliche Behandlung gestärkt werden, es darf nicht jede Branche ihren eigenen Weg gehen. Zurzeit gibt es 30 Ministerien und 31 Provinzen, Regionen und Städte, die alle ihre eigenen verpflichtenden Normen bestimmen. Diese Situation ist nicht gut für die Einheitlichkeit des Marktes, es steigert die notwendigen Investitionen der Regierung in die Verwaltung. Von daher muss die Integration hinsichtlich verpflichtender nationaler Normen, Industrienormen und lokaler Normen optimiert werden, um so die Autorität, Ernsthaftigkeit und Wissenschaftlichkeit dieser verpflichtenden Normen zu garantieren. Als zweites muss die Reform der Verwaltung von empfohlenen Normen komplettiert werden, um so das aktuell bestehende System von Normen mit empfehlendem Charakter zu optimieren. Hierbei muss eine Harmonisierung zwischen den verpflichtenden Normen und den empfehlenden Normen erreicht werden, sowie ein System von Industrienormen, welches den wissenschaftlichen und technischen Ansprüchen der Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft entspricht. Als drittes muss das Kontrollsystem für die Durchführung von Normen und das System der öffentlichen Dienstleistungen optimiert werden, um so die Effektivität der Umsetzung von Normen zu stärken.
(Quelle : SAC/Economic Daily News; Reporter Su Lan)