Unternehmensdienstleistungen: CEN, CENELEC und EFCA nehmen an Gespr?chen mit der EU teil

In Zusammenarbeit mit EFCA (Europäische Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmungen) beteiligen sich CEN und CENELEC aktiv an den Arbeiten der Hochrangigen Gruppe (HG) für Unternehmensdienstleistungen der Europäischen Kommission. Dies erfolgt insbesondere über die Beteiligung an einer Reihe von Ad-hoc-Arbeitsgruppen, deren erste Treffen am 16. Mai in Brüssel stattgefunden haben.

Im März 2013 hat die Europäische Kommission eine Hochrangige Gruppe (HG) für Unternehmensdienstleistungen eingesetzt, um die Herausforderungen zu untersuchen, vor denen dieser Sektor steht, und um Empfehlungen zu politischen Maßnahmen zu geben, die Innovation fördern und die Produktivität ankurbeln.

Im Rahmen der ersten Tagung am 14. März in Brüssel beschloss die HG, fünf Ad-hoc-Arbeitsgruppen einzurichten, die sich jeweils auf spezielle Fragestellungen konzentrieren sollen. Diese umfassen: Internationalisierung, Innovation, Binnenmarkt, Fertigkeiten sowie die Anwendung verschiedener Instrumente (einschließlich Normen) im Zusammenhang mit Unternehmensdienstleistungen. Bei der Besprechung dieser Querschnittsfragen legen die Ad-hoc-Arbeitsgruppen den Fokus außerdem auf spezielle Arten von Unternehmensdienstleistungen, einschließlich technischer Dienstleistungen und Ingenieursdienstleistungen. Die ersten Sitzungen dieser Ad-hoc-Arbeitsgruppen fanden am 16. Mai in Brüssel statt.

Scott Steedman, Vizepräsident des Bereichs Richtlinienpolitik bei CEN, leitete die Tagung der Ad-hoc-Arbeitsgruppe für Instrumente, die die Anwendung unterschiedlicher Instrumente (einschließlich selbstregulierender Mechanismen, legislativer Instrumente und Normen) analysiert, um die Effizienz von Unternehmensdienstleistungen zu verbessern. „Die Hochrangige Gruppe für Unternehmensdienstleistungen untersucht Normen im größeren Zusammenhang von Politikinstrumenten, die einen Geschäfts- oder Industriesektor beeinflussen können, unabhängig davon, ob es sich um Normen oder Verordnungen handelt, und die als eigenständige Antriebsfaktoren im Sinne einer Bereitstellung besserer Produkte, effizienterer Prozesse und höherer Geschäftspotenziale fungieren", so Steedman.

Claude Breining, Vize-Präsident des Bereichs Finanzen bei CENELEC, nahm als Experte an der Arbeitsgruppe für Internationalisierung teil, die die wichtigsten politischen Herausforderungen in Bezug auf die Internationalisierung des Markts für Unternehmensdienstleistungen untersucht. „Im Kontext einer globalisierten Wirtschaft stehen europäische Herstellungs- und Dienstleistungsbetriebe vor den Herausforderungen eines zunehmenden Wettbewerbs, aber gleichzeitig auch vor neuen Marktchancen. Die Rolle, die europäische und internationale Normen einnehmen, wenn es darum geht, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu erhöhen und die Markteintrittsbarrieren zu reduzieren, ist ein wesentlicher Aspekt, den wir in der HG behandeln müssen", so Breining.

Jan Van der Putten, EFCA-Generalsekretär, nahm als Experte an der Ad-hoc-Arbeitsgruppe für den Binnenmarkt teil, die Lösungen sucht, um grenzüberschreitende Aktivitäten von Dienstleistungsunternehmen anzuregen. Nach der Sitzung sagte Van der Putten: „In der Praxis gibt es noch keinen echten Binnenmarkt für Unternehmensdienstleistungen. Durch die Schaffung von gleichen Wettbewerbsbedingungen für die grenzüberschreitende Erbringung von Dienstleistungen identifizierte die Ad-hoc-Gruppe die weitere Normierung von Dienstleistungen als einen der Antriebsfaktoren zur Erreichung dieses Ziels."

CEN hat Europäische Normen für Unternehmensdienstleistungen, wie z. B. Wartung, Gebäudemanagement und Unternehmensberatung, entwickelt.

Kürzlich hat CEN die ersten Europäischen Normen für Ingenieurberatungsdienstleistungen veröffentlicht. Die beiden Normen (DIN EN 16310 und DIN EN 16311) wurden vom technischen Komitee CEN/TC 395 „Dienstleistungen im Ingenieurwesen" entwickelt. Diese Normen legen allgemeine Definitionen für die Terminologie zur Beschreibung von Ingenieurdienstleistungen für Gebäude, Infrastruktur und Industrieanlagen (DIN EN 16310) sowie Terminologie zur Beschreibung von Ingenieurdienstleistungen für industrielle Produkte (DIN EN 16311) fest.

Der Veröffentlichung dieser Normen ging eine Machbarkeitsstudie über die Möglichkeiten einer Normung in diesem Bereich voraus, die von AFNOR (französisches CEN-Mitglied) mit Unterstützung der Europäischen Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmungen (EFCA) und Syntec Ingénierie (Frankreich) durchgeführt wurde. Diese Studie kam zu dem Schluss, dass die Entwicklung von Europäischen Normen im Bereich Ingenieurberatungsdienstleistungen zur Verbesserung von Qualität und Sicherheit beitragen, Missverständnisse zwischen Beratern und Kunden verhindern, das Bewusstsein für den Mehrwert der Leistungen von Beratungsunternehmen erhöhen und den Markt für diese Leistungen in Europa ankurbeln könnte.

Die HG wird ihre Arbeit voraussichtlich im Frühjahr 2014 abschließen.

 

(Quelle: CEN)